Julie und das Essen – Meine Gründe für eine vegane Ernährung

Seit einiger Zeit denke ich viel über meine Ernährung nach. Seitdem ich jetzt jeden Freitag faste aber besonders! Angefangen hat das Ganze schon vor ein paar Jahren, als ich in Verbindung mit Sport meinen Körper mehr in Form bringen wollte. Über die Jahre hat sich alles immer mehr zu veganer Ernährung hin verschoben, sodass ich nun sagen kann, dass ich mich zu 98% vegan* ernähre. Gleichzeitig habe ich mich sehr viel über Rohkost und ihre gesundheitlichen Vorteile informiert. All diese Sachen habe ich immer mehr in mein Leben integriert, nie von heute auf morgen umgesetzt. Für mich wäre das nichts. Ich glaube auch nicht, dass es für die meisten Menschen sinnvoll ist, eine radikale Ernährungsumstellung durchzuführen, aber dazu an anderer Stelle mehr…

Was ist die richtige Ernährung?

Ich bin immer noch nicht an dem Punkt angekommen, an dem ich sagen kann, was die perfekte Ernährung für mich ist. Erst recht würde ich nie eine allgemein gültige Ernährungsweise für alle Menschen propagieren, denn ich weiß: für jeden Menschen ist eine andere Ernährung geeignet. Und das ist auch der Grund, warum ich mich nicht nach einem vorgeschriebenen Diätplan richte, sondern viel selbst ausprobiere und schaue, was am besten zu mir passt. Ich möchte also meine „Laster“ eindämmen und mehr die Nahrung zu mir nehmen, die mir guttut.

Was sind nun meine Laster? Ich bin ein Süßigkeitsfreak! Schon immer gewesen. Ich liebe Schokolade und süßes Gebäck und natürlich mag ich auch fettige Sachen und Weizenprodukte. Es sind einfach Nahrungsmittel, die stark abhängig machen, aber nun mal dem Körper nicht guttun. Darum habe ich solche Produkte im Alltag sehr eingeschränkt und wenn ich mal Ausnahmen mache, sind sie auf jeden Fall vegan. Fertigprodukte esse ich sowieso kaum, darum zähle ich sie hier nicht dazu. Ein weiteres Laster von mir ist, dass ich von der Menge meistens viel zu viel esse oder zwischendurch immer mal was nasche, sodass ich zum Abendbrot gar keinen richtigen Hunger habe. Aber natürlich habe ich trotzdem Bock zu essen und esse dann auch, weil es einfach geil ist 😀 Danach bin ich dann natürlich viel zu satt, fühle mich träge oder kann sogar abends schlecht einschlafen. Als Ausnahme OK, aber so oft wie das bei mir vorkommt, ist das gar nicht gut! Darum muss das geändert werden.

Was sind die Lebensmittel, die mir guttun? Viel Obst und Gemüse natürlich. Besonders grüne Salate und Wildkräuter boosten mich so richtig nach vorne, genauso wie frisches und reifes Obst. Das merke ich besonders, wenn ich mich eine Zeit lang fast nur von solchen gesunden Sachen ernähre. Dann fühle ich mich frisch und fit, bin kaum müde, dafür voll motiviert und kann viel klarer denken.

Ein Tag essen mit Julie

Seit über einem Jahr esse ich kein Frühstück mehr. Meine erste Mahlzeit esse ich also zwischen 11 und 13 Uhr. Das passt mir am besten. Ich merke auch, dass meine Verdauung dann am stärksten ist und mir das Essen nicht schon in den frühen Morgenstunden schwer im Magen liegt. Morgens nach dem Aufstehen trinke ich aber viel Wasser. Dazu zählt eine große Tasse warmes Wasser mit Zitronensaft. Abendbrot gibt’s dann zwischen 18 und 20 Uhr. Jetzt ist mein weiterer Plan die Snacks (mal ein paar Nüsse oder was kleines Süßes) zwischen diesen beiden Mahlzeiten auf Dauer wegzulassen, damit sich mein Körper vom Verdauen mal erholen kann und nicht immer Nachschub von oben kommt. Zu den beiden Mahlzeiten esse ich dann entweder einen Salat, Smoothie, Suppe, Haferbrei, Brot, Gemüse oder Obst. Also ich verwende viel Obst und Gemüse, aber auch viel Nüsse, Sprossen und Vollkorngetreide und ab und zu auch Hülsenfrüchte. Man erkennt, die Auswahl ist groß! Für mich manchmal zu groß 😀 Bei zwei Mahlzeiten am Tag ist es echt schwer das Verlangen nach allen leckeren Dingen zu befriedigen.

Weil ich so auf Süßes stehe, ist es zu meinem neuen Hobby geworden, Torten, Kuchen, Schokolade und andere süße Snacks selbst herzustellen, um sie gesünder zu machen. Das Internet ist mal wieder voll von geilen Rezeptideen und ich komme gar nicht hinterher alles auszuprobieren. Die Snacks sind zwar viel gesünder, wenn ich sie selber mache, aber trotzdem ziemlich gehaltvoll. Deshalb reicht sowas dann auch mal als komplette Mahlzeit. Es fällt mir nämlich schon schwer, mich zu beherrschen und nur ein oder zwei Stückchen zu essen.

Vegan ist mein Ding!

Vegane Ernährung ist ein tolles Thema um Diskussionen und Streitgespräche zu entfachen. Das will ich hier aber gar nicht tun. Und ich will auch niemanden dazu überreden, sich auch vegan zu ernähren. Aber wenn es euch interessiert, warum ich keine tierischen Produkte mehr esse, dann lest gerne weiter 😉

  1. Der gesundheitliche Aspekt: Mein eigener Körper und meine Gesundheit standen damals im Mittelpunkt und waren der Grund für meine Ernährungsumstellung. Ich habe viel gelesen und mich informiert über die gesundheitlichen Vorteile, die eine vegane Ernährung mit sich bringen. Und auf der anderen Seite die gesundheitlichen Nachteile vom Verzehr von Fleisch, Milch, Käse & Co. Es gibt zudem viele Studien, die den negativen Einfluss von tierischen Produkten auf den menschlichen Körper zeigen. Natürlich gibt es, wie überall, auch Gegenstudien. Mein Bauchgefühl und gesunder Menschenverstand glauben aber auf jeden Fall der „Pro-Vegan-Fraktion“.
  2. Moralische Gründe: Mit der Umstellung auf vegan öffnete ich immer mehr meine Augen für die Massentierhaltung und allgemein dem Abschlachten von hilflosen Tieren, was mir früher eher egal war. Mittlerweile finde ich es ganz schrecklich, dass Tiere getötet werden, nur damit wir Menschen sie essen können. Und das, obwohl es nicht mal notwendig ist Fleisch zu konsumieren. Tiere haben für mich einen höheren Stellenwert bekommen. Aber auch, wenn sie ein glückliches Leben auf einem Bio-Bauernhof hatten, sterben sie am Ende nicht auf natürliche Weise… So ein Verhalten möchte ich einfach nicht mehr unterstützen.
  3. Ökologische Gründe: Viele Filme haben mir auch in dieser Hinsicht die Augen geöffnet. Der Anbau von pflanzlicher Nahrung benötigt nicht annähernd so viel Platz, wie die Haltung von Nutztieren und der Anbau derer Futtermittel. Für die Haltung solcher Massen an Tieren und die Herstellung des Futters werden neben den riesigen Flächen auch fossile Energieträger  und Wasser unnötig verschwendet. Die Herstellung der Produkte verursacht außerdem Treibhausgase und ist für Entwaldungen und damit letztendlich auch für die Zerstörung der biologischen Vielfalt verantwortlich. Das alles im viel größeren Maße als der Anbau von pflanzlicher Nahrung.
  4. spirituelle Aspekte: Etwas, was man nicht so wirklich messen und beweisen kann. Beim Essen geht es hauptsächlich um die Aufnahme von reiner Energie und eher sekundär um die enthaltenden Nährstoffe. Fleisch ist kein lebendiges und energetisch aufgeladenes Produkt und schwingt somit auf einer viel niedrigeren und dichteren Frequenz als der Mensch. Außerdem sind im Fleisch die Informationen vom Sterben des Tieres enthalten, die ich mir als Todesenergien vorstelle. Allein dadurch ist es für mich abschreckend geworden Fleisch zu essen. Um diese Energien umzuwandeln, muss der menschliche Körper selbst Energie verbrauchen, um die Nahrung zu verwerten. Auf der anderen Seite sind es frisches Obst und Gemüse, die dem Körper keine Energie entziehen oder ihn mit mehr Energie anreichern. Zu dem Thema aber bald mehr!

Hier zu sei gesagt, dass es nicht mein Anspruch ist, alles bis ins kleinste Detail erklären zu können. Also die chemische Zusammensetzung der Nahrung, was auf kleinster biologischer Ebene mit den Molekülen passiert und wie die Nährstoffe vom Körper umgewandelt werden oder was gar auf spiritueller/energetischer Ebene passiert. Da bin ich keine Expertin drin. Dazu müsste ich Biologie, Chemie und/oder Ernährungswissenschaften studieren, um dann aber nur einen Teil von dem zu verstehen, was in der Natur vor sich geht. Ich denke, es existiert noch viel viel mehr auf der Erde, was einfach unerklärlich ist und was noch nicht einmal entdeckt wurde. Dazu zählt auch der Bereich der Ernährung. Ein Apfel ist mehr als nur die Summe seiner kleinsten Teilchen. Darum sind mir die Nährstofftabellen der einzelnen Nahrungsmittel auch relativ egal. Wer aber Angst hat, dass er durch eine vegane Ernährung plötzlich Mangelerscheinungen erleidet, der darf gerne auf Zentrum-der-Gesundheit nachlesen, dass dem nicht so ist.

Hinzu kommt ein ganz wichtiger Punkt, den viele Menschen teilweise nicht bedenken: Vegan muss nicht gleich gesund heißen! Auf tierische Produkte zu verzichten ist zwar sinnvoll, aber man kann sich ganz easy auch ungesund vegan ernähren: Cola, Pommes, Weizenprodukte, vegane Süßigkeiten, vegane Fertigprodukte…die Liste ist lang. Darum sollte man bei veganer Ernährung besonders Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen haben!

Wie man sieht, ist Ernährung ein groooßes Thema und ein heikles noch dazu. Jetzt wisst ihr wie ich mich zur Zeit ernähre, aber ich bleibe nicht dabei. Auch das wird sich wieder ändern. Wie genau, weiß ich noch nicht, aber auf keinen Fall will ich wieder Fleisch essen oder Milchprodukte zu mir nehmen. Es wird wahrscheinlich in Richtung Rohkost gehen… Ich merke grade, dass hier sehr viel Potential zum Schreiben steckt, darum wird es in nächster Zeit womöglich mehr Beiträge rund um das Thema Ernährung geben 🙂

♥ om sweet om ♥

 

* = meine nicht-veganen Ausnahmen sind:

  • Honig (darüber bin ich noch nicht hinweg gekommen, wird sich aber auch noch ändern)
  • es gab auch mal eine Messerspitze Butter aufs Brot
  • wenn bei indischen Gerichten Ghee (reines Butterfett) verwendet wird, esse ich das Gericht trotzdem
  • und wer weiß, vielleicht gönne ich mir irgendwann noch einmal die letzte nicht-vegane Pizza (aber ohne Fleisch)!

9 Gedanken zu “Julie und das Essen – Meine Gründe für eine vegane Ernährung

  1. bestebuecherblog schreibt:

    Tiere töten mag abschreckend sein, doch bedenke: Die meisten Tiere leben nur um von uns gegessen zu werden und würden wir kein Fleisch essen, würden die meisten Tiere gar nicht leben!!! In Fleisch sind außerdem viele Nährstoffe enthalten, die man sonst gar nicht ausreichend bekommen könnte.
    Clara

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    • omnomjulie schreibt:

      Ja das unnötige Züchten von so vielen Tieren nur um sie zu essen, befürworte ich auch nicht. Und das mit den Nährstoffen sehe ich anders. Da gibt’s ja aber auch viele Theorien, die sich widersprechen.

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      • bestebuecherblog schreibt:

        Naja, was ist besser: Kurz zu leben oder gar nicht zu leben? Nährstoffe sind Wissenschaftlich bewiesen. Jeder halbwegs vernünftige Arzt wird das bestätigen!

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      • Vegantina schreibt:

        Das mit den Nährstoffen ist leider nicht ganz richtig. Wir brauchen keine Nährstoffe aus Fleisch. Gemäß einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums werden Vegetarier mindestens genauso alt wie Menschen, die nur selten Fleisch essen. Und sie werden viel älter als Menschen mit durchschnittlichem Fleischkonsum (https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2005/dkfz_pm_05_26.php). Und was den anderen Punkt betrifft: natürlich ist es besser, nicht zu leben als ein Leben voller Leid zu haben. Auch viele Menschen sehen das so. Sonst würde das Thema Patientenverfügung ja keine Rolle spielen.

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      • bestebuecherblog schreibt:

        Falsch: Es geht darum, dass Vegetarier nicht so leicht an Herzkreislauferkrankungen, Krebs, Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Erkrankungen sterben können! Außerdem: Ein Unterschied der Mortalität bei Vegetariern und Nicht-Vegetariern ließ sich nicht nachweisen. „Beide Gruppen unterschieden sich jedoch aufgrund ihres insgesamt sehr gesundheitsbewussten Lebensstils deutlich von der Allgemeinbevölkerung“, betont Chang-Claude. Als Rezept für ein langes Leben empfiehlt die Epidemiologin sowohl Vegetariern als auch Nicht-Vegetariern: Verzicht auf das Rauchen, regelmäßige Bewegung, eine Ernährung reich an Obst und Gemüse, nur moderaten Alkoholgenuss und Vermeidung von Übergewicht.
        Das stand auch im Text!!!

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      • Vegantina schreibt:

        Unter Nicht-Vegetariern versteht die Studie Menschen, die nur gelegentlich kleine Mengen an Fleisch und Fisch essen (nicht den durchschnittlichen Fleischkonsumenten). Ich sage auch nicht, dass es ungesund ist, ab und zu Fleisch zu essen (denn vegetarisch und vegan ist ja für die meisten eine ethische Entscheidung). Was ich sage ist, dass Vegetarier sich um ihre Gesundheit keine Gedanken machen müssen. Sie leben mindestens genauso lange wie Fleischesser.

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      • Vegantina schreibt:

        Das bekommen wir z.B. über Hülsenfrüchte wie Linsen und Haferflocken. Es stimmt, dass pflanzliches Eisen dreiwertig ist (Fe3+) und vom Körper schlechter aufgenommen wird als das zweiwertige Eisen (Fe2+) aus Fleisch. Aber mit etwas Vitamin C (z.B. aus Gemüse oder Orangensaft) kombiniert, wird das dreiwertige Eisen reduziert (aus Fe3+ wird Fe2+), so dass auch das Eisen aus Pflanzen gut aufgenommen werden kann.

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