Achtsamkeit – Shut up your monkey mind

Achtsamkeit ist für mich eine der schönsten Entdeckungen, die ich gemacht habe. Es hilft mir in jeder erdenklichen Alltagssituation weiter und hat meinen Blick auf das Leben zum Teil sogar grundlegend verändert. Ich versuche so oft es geht, daran zu denken, achtsam zu sein. Bei allem was ich mache. Und natürlich ist auch das ein Prozess, der lange dauert. Es ist eben auch ein Training, genauso wie Sport, nur dass man dabei das Gehirn trainiert. Ich glaube, wenn jeder Mensch dieses Konzept verinnerlichen und anwenden würde, dann wäre die Welt ein schönerer Ort voller Harmonie ♥

Achtsamkeit ist JETZT

Achtsamkeit kann auch in direkter Verbindung mit Meditation genannt werden. Aber Achtsamkeit ist nicht nur im Schneidersitz praktizierbar, sondern eigentlich immer und überall. Seine Ursprünge hat es in der buddhistischen Lehre und in der Meditationspraxis, ist aber schon in der westlichen Zivilisation, u.a. durch C.G. Jung, als psychologisches Therapiekonzept angekommen.
Ich möchte euch erst einmal erklären, was unter Achtsamkeit zu verstehen ist, was also dieses große Konzept bedeutet.

Achtsamkeit ist ein klarer fokussierter Bewusstseinszustand, bei dem man sich auf einen bestimmten Aspekt oder eine Sache konzentriert. Der Zweck ist es, im Hier und Jetzt zu leben und dem was man gerade macht, seine volle Aufmerksamkeit zu widmen, ohne die Gedanken an andere Dinge zu verschwenden. Schaut euch mal genau eure Gedanken an. Entweder haben sie etwas mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft zu tun. Und im Grunde beachten wir kaum die Gegenwart, also genau den jetzigen Zeitpunkt. Solche Momente sind sehr selten. Achtsamkeit holt uns zurück in die Gegenwart, in das Hier und Jetzt. Es ist das reine Wahrnehmen von Dingen, so wie sie wirklich sind. Und zwar ohne, dass Gedanken und Emotionen den Blick auf das Jetzt verschleiern. Gedanken können zwar da sein, aber sie werden nicht beurteilt und bewertet. Nur wahrgenommen als das, was sie sind: Gedanken. Wir lassen uns nicht von ihnen vereinnahmen, sondern nehmen sie an und lassen sie weiterziehen.

Achtsamkeit ist auch ein Transformationsprozess, der es uns ermöglicht, Dinge anders zu sehen. Wenn wir uns ganz bewusst auf unsere Gedanken konzentrieren, hilft es uns, unsere Gedankenmuster zu erkennen und aus Gewohnheiten auszubrechen. So gelangt man auch zu einem Punkt, an dem man anfängt, Dinge zu hinterfragen und festgefahrene Ansichten zu verändern.

„Achtsamkeit ist eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen. Mit zunehmender Achtsamkeit reduzieren sich gewohnheitsmäßige automatische und unbewusste Reaktionen auf das gegenwärtige Erleben, was zu einem hohen Maß an situationsadäquatem, authentischem und selbstbewusstem Handeln führt.“

– Deutsches Fachzentrum für Achtsamkeit

Wie läuft das mit der Achtsamkeit?

Es gibt unterschiedliche Methoden achtsam zu sein und Achtsamkeit zu üben. Eigentlich ist es jederzeit möglich! Man kann mit Achtsamkeitsmeditation beginnen. Dort hat man Ruhe und wird nicht abgelenkt. Perfekte Möglichkeit um zu verstehen, was ‚achtsam sein‘ überhaupt meint.

In einer Achtsamkeitsmeditation nimmt man eine neutrale Beobachterposition ein. Man fängt auf der körperlichen Ebene an, meistens mit dem Atem. Die Atmung geschieht ganz automatisch, man muss gar nichts dafür tun. Darum ist es am einfachsten, sich auf den Atem zu konzentrieren und diesen zu beobachten. Das ist im Grunde auch das, was Achtsamkeit erreichen will, sich nur auf den jetzigen Moment zu konzentrieren. Was anderes ist doch gerade eh nicht wichtig. Wir sitzen doch nur rum und tun nichts. Also warum die Aufmerksamkeit auf etwas anderes richten und unseren Geist verzerren und verwirren?

Wenn man nach etwas Übung gelernt hat, bei der Sache, also beim Atem, zu bleiben, ohne dass störende Gedanken alles durcheinander bringen, kann man die Aufmerksamkeit auf andere Dinge, wie Gedanken und Gefühle lenken. Jetzt wird es richtig interessant! Aber vielleicht auch unheimlich. Denn Achtsamkeit eignet sich sehr gut, um einmal sein eigenes Innenleben zu erforschen. Mit ein bisschen Übung kann es dazu führen, die eigenen Emotionen besser wahrzunehmen und benennen und regulieren zu können.  In der Meditation kann man aktiv Gefühlen auf den Grund gehen und dabei auch festgefahrene Gedankenmuster erkennen. Und ja, das kann gruselig sein. Ich bezeichne das gerne als eine kleine „Eigen-Psychotherapie“, was aber Wunder bewirken kann!

Achtsamkeit immer und überall!

Achtsamkeit kann man auch überall und zu jeder Zeit durchführen. Das heißt, sich einfach mal zu 100% auf das konzentrieren, was man im Moment tut. Egal, was es ist. Bei Routineaufgaben ist es noch am leichtesten. Zum Beispiel beim Zähneputzen, beim Kochen, beim Wäscheaufhängen, beim Spazieren gehen. Bei solchen Dingen muss der Verstand nicht aktiv nachdenken und man kann die Zeit sehr gut für die Achtsamkeitspraxis nutzen.

Nehmen wir einmal das Beispiel Abwaschen. Es ist für viele sicherlich eine nervige Aufgabe, die man jedoch gezwungenermaßen tun muss. Versucht das nächste mal doch einfach achtsam das Geschirr abzuwaschen. Fühlt das Wasser auf der Haut, fühlt die Teller in den Händen, seht das Wasser aus dem Wasserhahn laufen, nehmt den Geruch des Spülmittels wahr. Macht alles, was ihr in dem Moment tut, sehr sehr achtsam. Ebenso beim Putzen: wenn man sich nur auf den Putzvorgang an sich konzentriert, ist man vollkommen gegenwärtig. So werden unbeliebte Tätigkeit gar nicht mehr als so nervend empfunden. Der Drang sie schnell beenden zu wollen, verschwindet damit. Man lernt den Moment zu leben und anzunehmen, egal was man tut.

Achtsamkeit aus medizinischer Sicht

Achtsamkeit hat längst Einzug in den psychologischen und auch medizinischen Bereich gefunden. Man kann es nicht nur einsetzen, um die schönen Dinge des Lebens mehr schätzen zu lernen, sondern auch um Probleme, Ängste und Schmerzen weniger quälend zu empfinden. Dafür gibt es bereits mehrere Ansätze.

MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction. Zu Deutsch: Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Dieses Programm wurde von Jon Kabat-Zinn vor rund 40 Jahren entwickelt und ist auch heute noch sehr aktuell und erfolgreich. Das 8-wöchige Programm hilft Menschen mit Stress und Schmerzen besser umgehen zu können und sie zu akzeptieren. Personen, die an dem Programm teilgenommen haben, berichten häufig von positiven Veränderungen:

  • Effektivere Bewältigung von Stresssituationen
  • Gesteigerte Fähigkeit zur Entspannung
  • Verbesserter Umgang mit chronischen Schmerzen
  • Zunahme von Selbstvertrauen und Selbstannahme
  • Erhöhte Lebensfreude und Vitalität

Die positiven Effekte der Achtsamkeitspraxis sind von vielen Forschern anerkannt und bereits sogar sichtbar gemacht worden. Mit MRTs konnten Veränderungen der Gehirnsubstanz festgestellt werden. Durch Achtsamkeit schrumpft die Amygdala, das Angstzentrum. Der Hippocampus, der für das Gedächtnis zuständig ist, wächst und es entstehen mehr graue Zellen im Frontalcortex. Auch hormonelle Veränderungen können stattfinden.

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Die Essenz

Also, man sieht, das geistige Training macht sich durchaus bemerkbar. Es verändert sich nicht nur die eigene Wahrnehmung und der Geist, sondern auch -wissenschaftlich belegt- die Gehirnstruktur. Aber es dauert. Nehmt euch Zeit dafür, es ist ein Training, was ständig praktiziert und wiederholt werden muss. Aber selbst kleine Änderungen sind schon ein Fortschritt. Ich persönlich finde die Achtsamkeitspraxis als eine Grundlage von allem. Daraus können sich viele Veränderungen ergeben und damit unendlich neue Möglichkeiten.

Unser Verstand, unser Ego lebt viel zu oft in der Vergangenheit und in der Zukunft, aber WIR existieren doch nur in der Gegenwart. Was anderes gibt es doch gar nicht. Wir leben jetzt, immer nur jetzt! Also kommt mit mir zurück ins Hier und Jetzt und lasst die Vergangenheit Vergangenheit sein und die Zukunft kommt auch von allein. Genießt jeden Augenblick so wie er ist, schaut ihn euch an, er ist perfekt so.

♥ om sweet om ♥

 

Geführte Achtsamkeitsübungen:

Für alle, die Achtsamkeit einmal ausprobieren möchten, habe ich hier zwei Links. Auf Youtube gibt es haufenweise Videos dazu. Klickt euch durch, probiert euch durch und schaut, was am besten zu euch passt. Für jeden ist bestimmt etwas dabei 🙂

Atemübung für Einsteiger (10 min)
Achtsamkeitsmeditation (30 min)

Quellen und weiterführende Links:

https://dfme-achtsamkeit.de/was-ist-achtsamkeit-wirkung/
https://wiki.yoga-vidya.de/Achtsamkeit

Eine Leseprobe zu dem tollen Buch Gesund durch Meditation. Das große Buch der Selbstheilung mit MBSR von Jon Kabat-Zinn

 

 

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