Weg des Yoga

Der Weg des Yoga ist für mich persönlich eine Möglichkeit, mit der ich mehr inneren Frieden und Liebe entwickle und mein wahres Sein erfahren kann. Was ich toll finde ist, dass er jeden Bereich meines Lebens anspricht. Yoga stellt einen Weg dar, der eine friedliche Welt voller Harmonie und Liebe schafft, wenn sich jeder Mensch so ausrichten würde. Natürlich ist das nicht DER eine Weg. Es ist eine Hilfestellung, ein Wegweiser. Und jeder sollte für sich selbst entscheiden, was am besten zu ihm passt. Yoga hat mich von Beginn an sehr angesprochen und ich merke, wie ich darin aufgehe, mich mehr mit dem ganzen Thema zu beschäftigen.
Unter Yoga verstehen die meisten Menschen eine Art „Sport“, bestehend aus einem Mix aus Dehnübungen, Körperbeherrschung, Kraft und auch zur Ruhe kommen. Aber das stellt nur einen Bereich dar. Yoga ist viel mehr. Und das möchte ich euch kurz vorstellen:

Was ist nun dieses YOGA?

Das Wort Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Einheit, Harmonie“ oder „Vereinigung“. Also die Einheit von Körper, Geist und Seele. Die Einheit von Mensch zu Gott. Der andere Aspekt von Yoga ist die Praxis, also jede Übung, zur Erfahrung dieser Einheit zu gelangen.

Der achtgliedrige Pfad des Yoga (=Ashtanga) stellt so etwas wie einen Leitfaden dar, der als Hilfestellung zur Erreichung der inneren Freiheit dient. Die acht Stufen des Yoga nach Patanjali beinhalten Verhaltensweisen und Praktiken, die von den Suchenden verinnerlicht werden sollen.

Der achtgliedrige Pfad zur Selbstverwirklichung besteht aus:
1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt
2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst
3. Asanas – der Umgang mit dem Körper
4. Pranayama – der Umgang mit dem Atem
5. Pratyahara – der Umgang mit den Sinnen
6. Dharana – Konzentration
7. Dhyana – Meditation
8. Samadhi – das Höchste: die innere Freiheit

Dabei geht es aber nicht darum, jede Stufe wie eine Checkliste nacheinander abzuarbeiten. Es ist eher so, dass die Disziplinen 1 – 6 mehr oder weniger gleichzeitig geübt und praktiziert werden und Stufe 7 und 8 folgen dann, wenn man so weit ist.

Erklärung zu den einzelnen Gliedern:

1. Yamas
Die erste Disziplin befasst sich mit dem Verhalten gegenüber anderen Menschen und Lebewesen. Es wird hier weiter in fünf Unterpunkten unterteilt:
– Ahimsa: Abwesenheit von Gewalt, Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten
– Satya: Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Treue und Loyalität. bewusster Umgang mit Worten
– Asteya: nichts nehmen oder stehlen, was einem nicht gehört.
– Brahmacharya: Bewegung und Bestreben auf das Wesentliche hin
– Aparigraha: nicht dem Besitz verfallen und Menschen nicht ausnutzen

2. Niyama
Hier geht es um die Auseinandersetzung mit sich selbst, vor allem um Selbstreflexion. Auch in dieser Dimension werden Unterpunkte definiert:
– Shauca: Reinheit und Hygiene des Körpers, dazu gehören die richtige Nahrung und ausreichend Bewegung
– Samtosha: Bescheidenheit und Zufriedenheit mit dem, was wir haben
– Tapas: den Körper „erhitzen“ um so Gifte und Unreinheiten auf körperlicher und geistiger Ebene ausscheiden
– Svadhaya: Selbsterforschung; sich selbst reflektieren in eigenen Verhaltensweisen und Gedankenmuster
– Ishvara-Pranidhana: Hingabe an Gott bzw. die Schöpfung oder das universelle Prinzip; Loslassen

3. Asana
Körperübungen, die dazu dienen, eine richtige Körperhaltung während der Meditation lange aushalten zu können. Asanas (die bekannten Yogaposen) kräftigen den Körper und sorgen für mehr Lebensenergie und dienen der Vorbereitung für die nächsten Stufen, die meist nur im Sitzen ausgeführt werden.

4. Pranayama
Ist die Beherrschung verschiedener Atemübungen um den Geist zu beeinflussen und Lebensenergie (Prana) in den Körper zu leiten. Pranayama ist die bewusste Verbindung von Atem und Geist durch neutrale Beobachtung.

5. Pratyahara
Stellt die Beherrschung der Sinneswahrnehmung dar. Hierbei soll der Geist von den Sinnen getrennt werden und sich von ihnen nicht mehr beeinflussen lassen. Die Sinne sollen nach Innen gerichtet werden.

6. Dharana
Ist die Fähigkeit den Geist über einen längeren Zeitraum auf einen Gegenstand auszurichten. Mit der Zeit sollen die Gedanken verschwinden und man befindet sich nur noch in reiner Konzentration auf einen Punkt.

7. Dhyana
In dieser Stufe geht es darum, das Denken in der Meditation komplett zur Ruhe zu bringen. Alle geistigen Aktivitäten sind nur noch auf das Objekt ausgerichtet.

8. Samadhi
Das höchste Ziel im Yoga ist Samadhi, die reine Glückseligkeit, der überbewusste Zustand der Verschmelzung. Das reine Bewusstsein wird erkannt und ein Gefühl der Einheit mit Allem entsteht.

Meine Gedanken

Die ganze große Welt des Yoga ist für mich noch relativ neu. Erst seit etwa einem halben Jahr beschäftige ich mich damit, gehe zu Yoga Kursen, lese viele Bücher zum Thema und meditiere. Das alles finde ich so interessant und spannend, dass ich die ganzen neuen Informationen nur so aufsauge.
Wenn man sich die Stufen genauer ansieht, wird man feststellen, dass viele Richtlinien mehr oder weniger schon als selbstverständlich gelten. Zumindest die ersten Stufen. Rechtes Handeln und rechter Umgang mit Mitmenschen ist für mich schon immer eine der normalsten Sachen der Welt. Wenn ich aber mal genauer hinschaue, dann erkenne ich in einigen Situationen schon noch, dass ich vielleicht hätte netter sein können oder anders reagieren können. Und genau das soll erreicht werden. Es geht nicht darum, seine Fehler aufzudecken und zu schauen, was man alles falsch macht. Es geht vielmehr darum, sich bewusster mit sich selbst, seinen Handlungen und seiner Umwelt beschäftigen. Daraus kann man Schlüsse ziehen und daran arbeiten.
Mir persönlich macht dieser Weg viel Spaß, auch wenn ich noch ganz am Anfang bin. In den Yoga Kursen besuche ich immer die Beginner-Kurse, bin nicht gut gedehnt und nicht stark genug für einige Asanas. Beim Meditieren kann ich nicht lange grade sitzen und irgendwann tut mir der Rücken weh. Ständig kommen störende Gedanken und ich kann mich nicht lange am Stück konzentrieren. Zu meiner gesunden veganen Ernährungsweise gehörten auch immer noch zu viele Ausnahmen. Ich bin in einigen Situationen auch noch sehr Ego-gesteuert. Und meine Motivation ist nicht ständig auf dem höchsten Level. Aber das ist normal und ok! Wenn ich mal zurückblicke und schaue, wie mein Alltag vor einem Jahr ausgesehen hat, dann sehe ich so viele Verbesserungen und bin mir sicher, dass dieser Weg jetzt auf jeden Fall richtig für mich ist. Und das motiviert dann wieder ungemein. Außerdem strebe ich auch einen langsamen Veränderungsprozess an, der mich nicht sofort aus dem „normalen“ Leben katapultiert.
Wenn ihr auch grade eine Veränderung in irgendeiner Weise durchlauft, dann wünsche ich euch viel Freude, Kraft und Durchhaltevermögen auf eurem Weg. Und falls nicht, dann genießt einfach das Leben, so wie es grade ist.

Links:

Quellen und weiterführende Links findet ihr hier und hier.

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